bild_gwg2 Kopie

Das Gesetz zur Bekämpfung der Geldwäsche (GwG) gilt auch für Rechtsanwälte und verpflichtet zur Schulung; nach seiner jüngsten Änderung durch das Gesetz zur Optimierung der Geldwäscheprävention § 9 Absatz 2 Nr. 3 GwG gilt dies sogar für alle Mitarbeiter.

GwG Blackberry kleinDie Gretchenfrage ist: Wie kann eine Kanzlei dieser Schulungsverpflichtung ohne hohen zeitlichen, finanziellen und organisatorischen Aufwand genügen? Die Kanzleien Freshfields Bruckhaus Deringer LLP, Linklaters LLP, GleissLutz und CMS Hasche Sigle gehen hier ganz neue Wege: E-Training über einen PC, ein Notebook oder ein mobiles Endgerät für alle Kanzleimitarbeiter. Ein Anwalt kann z.B. unterwegs über sein Smartphone einen 20-minütigen Online-Trainingskurs absolvieren. Am Ende erhält er und die Kanzlei ein Zertifikat als Nachweis.

Frau Dr. Jacklofsky von Freshfields führt aus: “Für uns war wichtig, dass die Inhalte von erfahrenen Kollegen erstellt wurden und gut verständlich für alle Schulungsteilnehmer sind. Unsere individuellen Änderungswünsche wurden sehr kurzfristig und professionell realisiert. Gefallen hat uns auch, dass es neben dem Pflichtteil weitere fakultative Programmteile insbesondere Videoclips gibt, die die Schulung bereichern und noch interessanter gestalten.”Video GwG

Die Organisation ist denkbar einfach: Alle Mitarbeiter bekommen mit einer E-Mail die Zugangsdaten zum Programm. Am Ende wird eine Teilnahmebescheinigung versandt, die zur Dokumentation der Schulung dient.

Sie möchten weitere Informationen zum Thema?
Nehmen Sie hier Kontakt zu uns auf – wir freuen uns!

Moderne digitale Kommunikationstechnologien sind aus dem Anwaltsalltag nicht mehr weg zu denken. In der täglichen Arbeit und auch in der Kommunikation mit den Mandanten. Die Mandanten  fragen vermehrt den Einsatz neuer Technologien nach. Ein gutes Beispiel dafür ist der Einsatz von E-Learning  bei der  Schulung von Mitarbeitern über Compliance-Themen. Einige renommierte Kanzleien sind in diesem Feld heute schon beratend oder sogar direkt in der Produktentwicklung involviert.

Als sich herausstellte, dass die Novelle des Geldwäschegesetzes 2012 eine Schulungsverpflichtung für alle Kanzleimitarbeiter vorschreibt, dachten zwei innovative Anwälte über eine neue, kostengünstige Art der Schulung nach; das waren Marcel Klugmann, Head of Compliance and Risk, bei CMS Hache Sigle und Marc Geiger, Head of Operation and IT, bei GleissLutz. Schnell waren sie sich einig: Konventionell als Präsenzveranstaltungen durchgeführt, ist ein Schulung zu teuer und zu aufwendig. Warum also nicht digital?

Zu Realisierung kontaktierten die beiden Anwälte die equeo GmbH. Gemeinsam wurde ein Konzept entwickelt, das die Bearbeitung des Programms nicht nur auf einem Notebook, sondern auch auf mobilen Endgeräten wie z.B. Blackberry erlaubt.

 

 

Geldwäsche ist ein internationales Phänomen. Globalisierung und Internet haben die Möglichkeiten illegalerT-Online finanzieller Transaktionen weiter vergrößert. Auf der anderen Seite unternehmen zahlreiche Staaten große Anstrengungen, der Geldwäsche durch die Schaffung oder der weiteren Verschärfung gesetzlicher Bestimmungen Herr zu werden. In den letzten Monaten haben z.B. Mexiko und Russland entsprechende Gesetze erlassen.

 

In Deutschland haben sich die angezeigten Fälle von Geldwäsche von 2004 bis 2011 mehr als verzehnfacht. Der Gesetzgeber hat das 1992 geschaffene Gesetz zur Bekämpfung der Geldwäsche mehrfach novelliert – zuletzt 2012- und dabei die Mitwirkungspflichten verschiedener Berufsgruppen verschärft. Wie Marcel Klugmann von CMS Hasche Sigle ausführt, reagiert der Gesetzgeber darauf, dass sich zwar insgesamt die Anzahl der Verdachtsfälle stark erhöht hat, aber nicht die Verdachtsmeldungen aus dem Nichtbankensektor.

http://www.impulse.de/recht-steuern/neues-geldwaschegesetz-der-handler-als-hilfssheriff

Die Tendenz national aber auch international ist klar: Händler aber auch Anwälte sollen immer stärker in die Pflicht genommen werden, um Geldwäsche zu vehindern und zu verfolgen. Für alle Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei und auch für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften hat der Gesetzgeber 2002 neben der Pflicht zur Bestellung eines Geldwäschebauftragten zum ersten Mal eine Schulungsverpflichtung in das Gesetz geschrieben (GwG §9).

Zu den anwaltlichen Pflichten siehe im Detail:

http://www.deutscheranwaltspiegel.de/archiv/190/anwaltliche-compliance-pflichten-in-eigener-sache

Die Bemühungen durch gesetzliche Bestimmungen das Thema Geldwäsche zu bekämpfen wird weitergehen mit Auswirkungen auf die Pflichten betroffener Berufsgruppen – auch der Anwälte und der Kanzleien insgesamt. Die BRAK hat in ihrer Stellungnahme zur 4. Anti-Geldwäscherichtlinie der EU insbesondere Artikel 40 des neuen Entwurfs kritisiert, der nun im Gegensatz zum entsprechenden Artikel 32 der 3. Richtlinie vorsieht, dass alle von der Richtlinie Betroffenen, also auch Rechtsanwälte, auf Anfrage der zuständigen Behörde vollständig und rasch Auskunft darüber geben müssen, ob sie mit bestimmten Personen eine Geschäftsbeziehung unterhalten. Dies stellt einen erheblichen Eingriff in die Verschwiegenheitspflicht des Rechtsanwaltes dar, die insbesondere ein Recht des Mandanten ist.

 

http://www.brak.de/zur-rechtspolitik/europa/aktuelles/anti-geldwaescherichtlinie-stellungnahme-der-brak/

Diesen Stellungnahme der BRAK zeigt, dass das Thema Verhinderung der Geldwäsche mit all seinen Konsequenzen in Zukunft nicht ignoriert werden kann.

Sie möchten weitere Informationen zum Thema?
Nehmen Sie hier Kontakt zu uns auf – wir freuen uns!

 

 

Viele Kanzleien denken über neue Geschäftsmöglichkeiten nach. Einige große Kanzleien haben hierfür spezielle Abteilungen das sogenannte “Business Development” gegründet.

Die Digitalisierung bietet für Business Development einige Ansätze, die über die klassische Rechtsberatung hinausgehen und entweder zur Mandantenbindung dienen oder direkt zusätzliche Einnahmen generieren können. Einige Beispiele dazu:

E-Learning als Dienstleistung für Unternehmen

Ein Unternehmen hat gemeinsam mit einer Kanzlei einen Code of Conduct entwickelt. Nun geht es um die Schulung dieses Code of Conduct. Gerade in international tätigen Unternehmen – und dies sind nicht nur börsennotierte – scheidet eine personelle Schulung aus Kostengründen aus. Ein Chief Compliance Officer wird bei der Produktion des E-Learning-Programmes gerne mit der Kanzlei seines Vertrauens zusammenarbeiten, wenn diese Kanzlei eine solche Leistung anbietet. In der Regel findet dies gemeinsam mit einem Partner, der sich auf die Erstellung dieser Programme spezialisiert hat, statt. Und wenn ein Thema erfolgreich eingeführt ist, kommen in der Regel weitere Themen hinzu: Kartellrecht, Datenschutz usw.

E-Trainings zu speziellen Themen 

Wenn eine Kanzlei für eine Unternehmen zum Beispiel ein Konzept für ein Thema wie Datenschutz entwickelt hat, steht das Unternehmen vor der Frage: Wie setze ich diese Leitlinien um? In der Regel genügt die reine Veröffentlichung des Papiers hierzu nicht, sondern es müssen auch bestimmte Mitarbeiter geschult werden. Und zwar immer wieder, weil natürlich auch personelle Wechsel stattfinden.

Einen Partner einer Kanzlei für solche Schulungen durch die Lande zu schicken, ist in der Regel weder für das Unternehmen noch die Kanzlei das Mittel der Wahl. Neue Technologien können hier helfen: z.B. ein Webcast, eine Videokonferenz per Skype oder mit einem anderen Systeme, oder ein speziell aufbereitetes E-Training-Programm. Am besten so aufbereitet, dass die Nutzung nicht nur über den PC oder das Notebook funktioniert, sondern auch über mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones.

Corporate Publishing digital

Viele Kanzleien investieren nicht unerhebliche Budgets in Zeitschriften und Magazine für ihre Mandanten. In vielen Fällen bieten diese Publikationen einen reichhaltigen Fundus anwaltlichen Know-hows. Es stellen sich allerdings folgende Fragen: Welche Kunden setzen diese Veröffentlichungen so ein, dass sie in der Unternehmenspraxis wirklich nutzbringend sind? Und wird wirklich das Ziel erreicht, die Mandanten zu binden bzw. neue Mandate zu gewinnen?

Wenn das in den Mandantenzeitschriften enthaltene Wissen digital aufbereitet wird, erhöhen sich nicht nur die Chancen der Nutzung, sondern es entstehen auch zusätzliche Einnahmenpotentiale für eine Kanzlei. Der Mehrwert einer digitalen Lösung für die Mandanten entsteht z.B. dadurch, dass diese nach Themen suchen, bestimmte Inhalte “abonnieren” und jederzeit Zugriff auf diese Informationen erhalten: Im Büro über ihren Rechner und unterwegs über eine App. Wenn dieser digitale Informationsdienst für einen Mandanten Zeit und Geld spart, ist er auch bereit, dafür zu bezahlen.

Ist dieses Feld nur relevant für große Kanzleien? Auf den  ersten Blick spricht einiges dafür, denn welche kleinere Kanzlei beschäftigt sich mit Business Development? Da aber heutzutage keine hohen Investitionen in Technologie mehr notwendig sind, bieten sich Kanzleien aller Größe auch Chancen, die Digitalsierung geschäftlich zu nutzen. Es ist nur entsprechendes Know-how notwendig und ein Partner, der auf der technischen Seite aktiv unterstützt. Diese Art der Allianzen sind für alle Beteiligten von Vorteil: Mandanten erhalten moderne digitale und mobile Lösungen, Kanzleien und technische Partner bauen sich gemeinsam neue Geschäftsfelder auf.

Sie möchten weitere Informationen zum Thema?
Nehmen Sie hier Kontakt zu uns auf – wir freuen uns!

 

 

,